Montag, 21. Februar 2011

Immer besser


Es wird besser. Die Kisten werden weniger, aber wann wirklich alles ausgepackt sein wird, mag hier keiner vorhersagen.
Peu à peu leben wir uns hier besser ein und das Leben wird bequemer. Zum Beispiel haben wir unsere Gewürzabteilung erheblich verbessert, sogar Muskat haben wir nach einiger Zeit gefunden. Ebenso haben wir jetzt "Italienische Kräuter", Cumin, Paprikapulver und einiges mehr. Wir haben Sahne finden können und so sind wir bereits in den Genuss von Aufläufen und Rahmspinat gekommen uuuuund Apfelkuchen!


Es ist wirklich erstaunlich wie viele deutsche Kuchenrezepte sich auf Kirschen und oder Haselnüsse stützen. Zwei Dinge, die wir bislang noch nirgends auftreiben konnten. Leider. Ich würde ja gerne mal eine Schwarzwälder Kirschtorte.... nunja, auf dem Boden bleiben!

Eine dramatische Verbesserung ist, dass wir endlich endlich Telefon haben.


Das war wirklich kein Zustand. Wir haben von allen außenrum nur noch Kopfschütteln und Unverständnis bekommen. Aber verstanden haben wir das ja auch nicht. An Weihnachten haben wir es versucht, hatten alles Nötige dabei, mehrere Stunden im Laden verbracht, nur um schließlich zu hören, dass es in unserem Fall mit Bankeinzug nicht geht, ob wir denn keine Kreditkarte hätten? Hatten wir nicht. Unser Pech und keine Gründe konnte man uns nennen.

Jetzt waren wir wieder da, aus lauter Verzweiflung mit einer deutschen Kreditkarte. Eine japanische zu bekommen ist uns in mehreren Anläufen nicht geglückt, weil wir keine Telefonnummer hatten...
Die deutsche Kreditkarte konnten sie leider nicht akzeptieren, ob wir denn keine andere Karte hätten? Da haben wir nochmal unsere Bankkarte rübergeschoben und? Oh Wunder, oh Wunder kein Problem. Wie bitte? Na gut... Jedenfalls haben wir jetzt Handys... Und wir schütteln weiter den Kopf.

Und zum Schluss noch was zum Gucken:

Unser Neujahrsgesteck

Spaß auf dem Spielplatz



Tako-Mama

Donnerstag, 3. Februar 2011

Wir sind da!

Wir leben noch. Ist echt wahr. Es ist eine Ewigkeit her, dass hier ein neuer Eintrag erschienen ist. ごめんなさい! Das hat natürlich Gründe, die wichtigsten wären sauviel um die Ohren gehabt und erst seit ner Woche Internetzugang daheim. Aber was soll's... wo soll ich nur anfangen?

Hier sind wir also, in Wako-shi.


Es ist eine recht junge Trabantenstadt Tokyos. Man ist schnell mit der Bahn in Ikebukuro (NW Tokyo), man kann hier einkaufen, es gibt Spielplätze und Parks


und für hiesige Verhältnisse ist es geradezu ländlich. :) Tatsächlich gibt es einige Kohläcker direkt bei uns um die Ecke.

Zuerst sind wir wie erwartet im Gästehaus untergekommen. Das hat einige Vorteile.Die wichtigste Ausstattung ist da und der Hausmeister spricht Englisch. Es ist nah zum Arbeitsplatz, zur Mensa und zu Tully's, ja sie haben auch Kaffe, aber vor allem ist es eine soziale Oase. Mit irgendwem kann man sich immer unterhalten.
Aber es ist eben auch etwa so gemütlich wie ein Hotelzimmer.

Also haben wir uns beeilt was Eigenes zu finden und sind an Heilig Abend umgezogen. Mit Weihnachten haben es die Japaner erwartungsgemäß nicht so. Das einzige wirklich weihnachtliche war ein Chor von der hiesigen Kirchengemeinde, der am Bahnhof sehr schön Weihnachtslieder gesungen hat. Unter anderem Stille Nacht Heilige Nacht (auf Japanisch). Wir hatten leider keine Zeit für Deko oder Kekse backen und einen Baum hatten wir schon mal gar nicht. Für ein Gesteck und einen Maronen Kirisumasu-keeki (Weihnachtskuchen, Abbildung ähnlich ;))

Bild hinzufügen
hat es immerhin gereicht. Die Torte mit Stäbchen essen, was anderes hatten wir nicht, war schon... komisch.

Unsere neue Wohnung ist aber wirklich schick. Viel größer als wir gedacht hatten nach allem was wir über japanische und speziell Tokyoter Wohnverhältnisse gehört hatten. Leider haben wir immernoch nicht so viel von dem tollen Platz, weil die auszupackenden Kisten einfach kein Ende nehmen wollen. Denn, ja, unser Container ist zwischenzeitlich angekommen. Endlich haben wir wieder Besteck, genügend Gläser und Tassen, .... und Jim Knopf ;)


Tako-Mama ;)

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Kürbisradiergummi in München

Konnichiwa minna-san!


Viel ist geschehen in der Zeit seit dem letzten Beitrag in diesem Blog - Umzugsorganisation, Visabeschaffung, Kurzurlaub, Zelte hier abbrechen und neue in Tokyo aufbauen. Aber der Reihe nach:

Vor ein paar Wochen kam ein hochoffizieller und von uns sehnlichst erwarteter Brief vom RIKEN an, in dem sich die nötigen Unterlagen für die Beantragung eines dreijährigen Arbeitsvisums für 男の蛸 und Begleitvisa für 女の蛸 und 子蛸 befanden: drei Certificates of Elegibility (CoE) und ein Einladungsschreiben vom RIKEN. Die CoE werden vom japanischen Arbeitgeber beantragt und vereinfachen für den Antragsteller (also für uns...) das Visa-Prozedere erheblich. Zusätzlich muss man natürlich noch entsprechende Antragsformulare, die vom japanischen Konsulat online zur Verfügung gestellt werden, ausfüllen, was vielleicht eine Stunde benötigt, aber nicht weiter schwierig ist. Leider haben die Japaner Deutschland bezüglich der Zuständigkeitsbereiche eindeutig auf die Konsulate verteilt - was für uns bedeutet, dass wir für die Visa nach München fahren mussten (wir leben halt in Süddeutschland...). So sind wir also noch zu einem netten Kurzurlaub am Nordrand der Alpen gekommen, inklusive Ausflügen auf die Zugspitze und in die Höllentalklamm nahe Grainau. Auf dem Konsulat sagte man uns zwar, die Bearbeitung der Visa würde sieben Werktage dauern, es ging dann aber doch in vier, nachdem wir unsere Situation (lange An- und Abreise) dargelegt hatten. 子蛸 hat natürlich wieder alle um den kleinen Finger gewickelt - und im Konsulat einen Rediergummi in Kürbisform geschenkt bekommen, den sie seitdem wie ihren Augapfel hütet.

Unabhängig (ähm...oder doch abhängig...*?*) davon haben wir einen Container für den Umzug organisiert und sind seitdem dabei, alles schöne säuberlich und sicher in entsprechende (und auch endlich gelieferte) Kartons zu verstauen. Kartons für solche Containerumzüge sind deutlich stabiler als normale, im Baumarkt erhältliche Umzugskartons, da sie in der Regel größeren Belastungen (z. B. beim Verladen des Containers auf das Schiff) ausgesetzt sind. Gepackt sollten sie so werden, dass der Inhalt einen Sturz des Kartons aus ca. einem Meter Höhe unbeschaded übersteht. Ist nich so einfach.
Der Umzug wird ansonsten teuer. Wir haben das Volumen auf 12 Kubikmeter geschätzt (kommt wohl auch etwa hin) - und das kostet dann auch gleich mal 5000 Euro. Interessanterweise, und da waren sich auch alle Firmen, die uns Angebote geschickt haben, einig, entfällt die Hälfte dieser Kosten auf den Transport des Containers vom Seehafen Yokohama zum Zielort und das Auspacken dort. Verstehen wir nicht, ist aber wohl so...

So, und jetzt werden noch ein paar Kartons eingepackt!


Sayounara,

Eure

Donnerstag, 12. August 2010

über 和光市

Hallo Minna-san!

Hier kommt ein neuer Eintrag. Ich bin schon von einigen gefragt worden, wo das eigentlich genau ist, dieses 和光市Wakô-shi... Und wie es dort ist, sollte man dann wohl gleich dazu sagen.
Also hier ist jedenfalls mal eine Karte:



Größere Kartenansicht

Wieviele Einwohner hat Wakô-shi? Hier sind Zahlen von 2007:
gesamt: 74.682 Einwohner, davon 38.618 männlich, 36.064 weiblich.
davon Ausländer: 1.372, 678 männlich und 694 weiblich.

Zum Vergleich:
Im Jahr 2008 brachte es Marburg auf 79.836 Einwohner, Flensburg auf 88.718 und Konstanz auf 82.608. Die waren somit größer.
Lüneburg 72.492, Bamberg 69.989 und Weimar 64.938 waren dagegen kleiner.

Fährt man mit der Metro (Wakô-shi ist die Endstation einer Tokyoter Metrolinie) aber bloß eine Station weiter(Narimasu 成増), ist man bereits im Stadtbereich Tokyo. Die aktuellste Schätzung vom Juli diesen Jahres gibt für die Stadt Tokyo 13.043.441 Einwohner an. Die Grenze bildet ein Fluss/ Kanal, aber eine Bebauungslücke gibt es nicht, nicht der kleinste Grünstreifen ist zu sehen...
Das ist in etwa so, als liefe man als Ortsfremder durch Frankfurt und würde die Stadtteilgrenzen suchen. がんばってください!Viel Erfolg!

Und hier habe ich Klimadiagramme rausgesucht:


Das sieht gar nicht schlecht aus, wie ich finde, nur im Sommer etwas nass. Wie es sich vor Ort anfühlt, werden wir Euch sicher bald oft genug unter die Nasen reiben ;)

Sonntag, 8. August 2010

Warum eigentlich Tokyo?

Es war einmal...vor nicht gar allzu langer Zeit, genauer im Sommer 2007, da bekam 男の蛸 die einmalige Chance, ein zweimonatiges Praktikum an einem der renommiertesten japanischen Institute zu machen. Das RIKEN Brain Science Institute (BSI) ist in dem beschaulichen Städtchen Wakoshi angesiedelt, gerade außerhalb Tokyos, in der Präfektur Saitama. Gerade mal zwanzig Minuten mit der Metro, und man ist in Ikebukuro - also ziemlich in Tokyo.
Diese zwei Monate waren derart spannend und lustig, dass sich unser alter 男の蛸 direkt wieder dahin beworben hat, um ein bisschen rumzuforschen (lapidar ausgedrückt) - und das klappt jetzt! Es wird also nicht nur kulturell eine spannende Zeit, sondern auch noch fachlich! (...außerdem zahlen die ganz gut...)

Hier ein paar Bilder vom RIKEN-Campus und vom RIKEN BSI:


RIKEN Hauptgebäude


Auf dem Campus


RIKEN BSI-Hauptgebäude


Eins von den BSI-Nebengebäuden


Irgendwo unter dem Gras verbirgt sich ein kleiner Teich (lies: Mückenzucht...)


Das täglich Brot... ^_^




Sayounara,

Eure 蛸たち

Montag, 26. Juli 2010

Kullernde Eicheln und eine Tomate...

Das gleich mal vorweg: Es wird ernst. Heute haben wir unseren Flug gebucht. Los geht's am 31. 10. Das heißt wir haben keine 98 Tage mehr um die Vorbereitungen abzuschließen. Eine supertolle to-do-Liste haben wir immerhin schon... ;))
Tatsächlich wühlen wir uns auch schon durch Papierberge äußerst staubiger Art und versuchen a) zum Grund durchzustoßen und b) zu entscheiden, was davon wichtig ist und nicht in der Tonne landen sollte.
Es bleibt aber noch so viel zu erledigen. Von den ganzen offensichtlichen Sachen wie Visa oder Regelungen für eine Krankenversicherung in Japan mal abgesehen, haben sich da noch ganz andere Details bemerkbar gemacht. Beim Sichten unserer Besitztümer ist uns aufgefallen, dass wir noch netten Leuten Dinge zurückgeben müssen. Falls ihr also zu diesem erlauchten Kreise gehört, ja, das Buch, die DVD, der Comic, etc. kommt in der nächsten Zeit zurück. Versprochen. Dann ist uns aufgefallen, dass einige auch sehr nette Leute noch Dinge von uns ausgeliehen haben. Falls ihr noch Bücher, DVDs, Comics, etc. von uns habt, seid so gut und gebt sie bald zurück. Porto nach Japan könnt ihr euch dann sparen :) Danke.

Ansonsten waren wir im japanischen Web unterwegs. Da haben wir gestöbert, wie es sich mit Kind in Japan lebt und was Kind/ Eltern in Japan wissen/ kennen sollte. Einige besonders, ähm, bemerkenswerte Fundstücke wollen wir euch nicht vorenthalten.

Donguri - die Eicheln
die Tomate
wie alt sind die...?
lachen bitte (die Schunkelblumen fand ich scharf)
boa! Und zum Schluss noch Japan hochkonzentriert im Kinderfernsehen!

Viel Spaß! ;)

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Samstag, 24. Juli 2010

Alles fängt an

Willkommen bei Tokyo-Tintenfisch
Das sind wir:
Thomas 男の蛸



Katja 女の蛸



Birke 子蛸



Wir sind Abenteurer! Ja, wirklich, nur ohne Tropenhelm und Khakishorts. Das ist einfach hoffnungslos aus der Mode. Vielleicht wären auch eher andere Outfits angebracht (man sehe sich mal im Nachmittagsprogramm von Kika o.ä. um)? Soweit sind wir dann aber doch noch nicht.
Ihr wisst nicht, was das alles soll? Unser Abenteuer heißt JAPAN!

Davon geträumt haben wir schon lange. Seit zwei, drei Jahren schien es möglich und jetzt steht es fest: Wir werden umziehen, nach Tokyo.

Auf uns warten großartige Entdeckungen, Geheimnisse und sicherlich haufenweise Überraschungen. Wir denken zur Zeit dauernd an große Container, an die aufregenste Flugreise unseres Lebens, an Sushi, Sake und gegrillten Tintenfisch... Und schließlich wird alles japanisch. 最終的に全部は日本語に成ろう。So richtig vorstellen können wir uns das noch nicht. Muss aber auch noch gar nicht sein.

Wir wollen die einzelnen Schritte hier dokumentieren. Also kommt einfach mit, das Abenteuer fängt gerade erst an!

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